Fahrradhandschuhe schützen die Haut, halten die Hände bei Kälte warm und verbessern den Halt am Lenker. Wie viel sie nützen, hängt vom Wetter, der Fahrtdauer und ihrer Passform ab. Sie sind nicht auf jeder Fahrt nötig. Gut sitzende Handschuhe schützen, ohne das Bremsen und Schalten zu behindern.
Sicherer Halt am Lenker
Eine griffige Handfläche kann den Kontakt zum Lenker angenehmer und sicherer machen, besonders wenn Ihre Hände schwitzen oder der Lenker nass ist. Wie gut das funktioniert, hängt auch von den Lenkergriffen oder dem Lenkerband ab. Handschuhe bieten daher keine Garantie gegen Abrutschen.
Achten Sie darauf, dass das Material an Handfläche und Fingern zu Ihrem Lenker passt und der Handschuh beim Greifen nicht verrutscht. Prüfen Sie vor der Fahrt, ob Sie Bremshebel und Schaltung problemlos erreichen und bedienen können. Zu dicke oder lockere Handschuhe erschweren es, den Lenker zu spüren.
Warme Hände bei Kälte
Handschuhe halten einen Teil der kalten, bewegten Luft von der Haut fern. Bei windigem oder kaltem Wetter verbessert das den Komfort. Wählen Sie ein Modell, das ausreichend wärmt, ohne die Finger so stark einzuschränken, dass Sie Bremsen und Schalten schlechter bedienen.
Ein dünner Handschuh eignet sich eher für mildes Wetter, ein wärmeres Modell für kalte und windige Fahrten. Probieren Sie den Handschuh auf dem Fahrrad aus: Erreichen Sie Bremsen und Schaltung sicher und können Sie die Finger frei bewegen? Wenn nicht, ist der Handschuh zu dick oder sitzt ungünstig.
Schutz bei einem Sturz
Beim Abfangen eines Sturzes treffen die Hände oft auf den Boden. Handschuhe bedecken die Haut und können dadurch Schürf- und Schnittverletzungen begrenzen. Vollfingerhandschuhe schützen mehr Hautfläche als fingerlose Modelle.
In einer australischen Beobachtungsstudie mit verletzten Radfahrenden waren Schnitt-, Riss- oder Schürfverletzungen an den Händen bei Personen ohne Handschuhe häufiger als bei Personen mit Handschuhen. Aus dem Zusammenhang lässt sich nicht schließen, dass Handschuhe allein den Unterschied verursacht haben. Für Verletzungen an Hand und Handgelenk insgesamt ließ sich kein statistisch gesicherter Zusammenhang feststellen. Handschuhe schützen daher die Haut, bieten aber keinen verlässlichen Schutz vor Brüchen oder anderen schweren Verletzungen.
Wie Polster den Handdruck mindern
Gepolsterte Handschuhe können den Druck auf den Handballen mindern. In einer Laborstudie mit 36 erfahrenen Radfahrenden senkten Schaumstoff- oder Gelpolster den gemessenen Druck in den untersuchten Bereichen um 10 bis 28 Prozent. Die Versuche fanden auf einem stationären Fahrrad statt. Sie belegen nicht, dass Polsterhandschuhe langfristige Beschwerden oder Nervenschäden verhindern.
Bei längeren Fahrten hilft es außerdem, die Handposition regelmäßig zu wechseln. Wenn Ihre Hände häufig schmerzen oder taub werden, prüfen Sie auch, wie Sie auf dem Fahrrad sitzen und den Lenker greifen. Polsterung allein löst nicht jede Ursache.
Passform vor Polsterung
Der Handschuh sollte eng anliegen, ohne zu spannen. Zu viel Stoff an den Fingerspitzen, Falten in der Handfläche oder ein verrutschender Handschuh erschweren die Bedienung und können unangenehme Druckstellen verursachen. Probieren Sie den Handschuh mit beiden Händen am Lenker aus und betätigen Sie dabei Bremsen und Schaltung.