Winterhandschuhe müssen die Hände warm halten und zugleich sicheren Griff sowie die Bedienung von Bremsen und Schaltung ermöglichen. Welcher Handschuhtyp passt, hängt von der Temperatur und davon ab, wie viel Fahrtwind und Nässe Sie erleben, wie schnell Sie fahren und wie kälteempfindlich Sie sind.
Wählen Sie Handschuhe für Ihre üblichen Fahrten und prüfen Sie die Passform am eigenen Rad. Ein dickeres Modell schützt besser vor Kälte, darf aber keine Falten werfen oder Fingerbewegung und Zugriff auf die Bedienelemente einschränken.
Handschuhe passend zur Temperatur wählen
Bei trockener Kälte genügt häufig ein windschützender, gut isolierter Handschuh. Fahren Sie regelmäßig bei Regen oder Spritzwasser, wird zusätzlicher Nässeschutz wichtiger. Bei einer anstrengenden Fahrt erzeugt Ihr Körper mehr Wärme als bei einer ruhigen Pendelfahrt; derselbe Handschuh fühlt sich deshalb je nach Tempo und Strecke unterschiedlich an.
Temperaturangaben auf Produktseiten sind eine Orientierung für das jeweilige Modell. Sie sind nicht standardisiert und sagen nicht voraus, wie warm sich der Handschuh für jede Person anfühlt. Ein Test des Magazins BIKE von 2022/23 untersuchte zwölf Modelle für einen Einsatzbereich von +7 bis −2 °C. Der Bereich von +7 bis −2 °C gilt für diesen Test und ist keine allgemeine Empfehlung für alle Radfahrenden.
Passform für Griff und Bedienung
Der Handschuh sitzt gut, wenn Ihre Finger bis in die Spitzen reichen und beim Greifen kein überschüssiger Stoff Falten wirft. Achten Sie auch auf Nähte: Wulstige Stellen an den Fingerspitzen oder in der Handfläche können am Lenker drücken und das Griffgefühl stören.
Probieren Sie den Handschuh möglichst am eigenen Lenker aus. Greifen Sie den Lenker, betätigen Sie Bremshebel und Schaltung und bewegen Sie die Hände in die Positionen, die Sie beim Fahren nutzen. Wenn der Handschuh dabei nicht verrutscht, Sie alle Bedienelemente erreichen und die Finger frei bewegen können, stimmt das Verhältnis von Wärme und Kontrolle.
Wasserdichte Handschuhe bei Regen
Eine wasserdichte Membran hält Wasser ab, kann den Handschuh aber steifer machen oder das Griffgefühl verändern. Das fällt besonders auf, wenn die einzelnen Materiallagen gegeneinander rutschen. Bei trockener Kälte brauchen Sie daher nicht unbedingt einen vollständig wasserdichten Handschuh. Wenn Sie häufig bei Regen unterwegs sind, kann der zusätzliche Schutz den Kompromiss bei Beweglichkeit und Gefühl wert sein.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Handschuh für Ihre typische Wetterlage gedacht ist. Wenn nur gelegentlich Spritzwasser auf den Handschuh kommt und die Straßen meist trocken sind, passt ein windschützendes Modell oft gut. Bei regelmäßig nassen Fahrten sollte Nässeschutz stärker zählen.
Lobster-Handschuhe bei starker Kälte
Wenn ein gewöhnlicher Fingerhandschuh nicht warm genug ist, kommt ein sogenannter Lobster-Handschuh infrage. Bei diesen Modellen sind Finger teilweise zusammengefasst. Sie sind auf stärkere Kälte ausgelegt, schränken die unabhängige Fingerbewegung aber stärker ein.
Testen Sie mit dieser Bauart besonders sorgfältig das Bremsen und Schalten. Entscheidend ist, dass Sie die Hebel sicher erreichen und kontrolliert bedienen können. Produktangaben zur Wärme ersetzen diese Prüfung nicht.