Beim Radfahren sind die Augen Wind, Staub und direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Eine Radsportbrille schützt vor Fahrtwind und Insekten, vor allem aber vor ultravioletter Strahlung, die unsichtbar ist und die Augen langfristig schädigt. Deshalb ist der UV-Schutz das wichtigste Kaufkriterium.
Die Tönung der Gläser bestimmt, wie gut Sie bei verschiedenen Lichtverhältnissen sehen. Um die richtige Brille zu kaufen, müssen Sie wissen, was UV 400 bedeutet und welche Tönung zu welchen Bedingungen passt.
Warum UV 400 wichtig ist
UV 400 bedeutet, dass die Gläser ultraviolette Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern blockieren. Das deckt die gesamte UVA- und UVB-Strahlung ab, die von der Sonne ausgeht. Gläser mit UV 400 bieten damit einen vollständigen Schutz für die Augen.
Die Augen reagieren empfindlicher auf UV-Strahlung als die Haut. Kurzfristig kann intensive Sonneneinstrahlung zu einer Entzündung der Hornhaut führen, die sich wie Sand im Auge anfühlt. Langfristig erhöht fehlender UV-Schutz das Risiko für Grauen Star und Schäden an der Netzhaut. Diese Schäden sind meist nicht umkehrbar.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Brille ausdrücklich mit UV 400 oder 100 Prozent UV-Schutz ausgezeichnet ist. Das gilt auch für günstige Modelle. Der UV-Schutz hängt von der Qualität der Gläser und ihrer Beschichtung ab. Der Preis spielt dabei keine Rolle. Eine dunkle Tönung allein sagt nichts über den UV-Schutz aus. Auch klare oder hell getönte Gläser können vollen UV-Schutz bieten.
Die Filterkategorien verstehen
In Europa werden Brillengläser nach ihrer Tönung in fünf Filterkategorien eingeteilt. Die Kategorie gibt an, wie viel sichtbares Licht das Glas durchlässt. Je höher die Kategorie, desto dunkler das Glas und desto weniger Licht erreicht das Auge.
Für den Radsport sind die Kategorien 1 bis 3 relevant. Kategorie 1 eignet sich für bewölkte Tage. Kategorie 2 ist die Allround-Wahl für wechselndes Wetter. Kategorie 3 ist für strahlenden Sonnenschein gedacht. Kategorie 4 ist für extreme Verhältnisse wie Hochgebirge oder Gletscher reserviert und für den Straßenverkehr nicht geeignet.
Die meisten Radsportbrillen haben Gläser der Kategorie 2 oder 3. Das ist sinnvoll, weil Sie damit sowohl bei Sonne als auch bei bewölktem Himmel gut sehen. Einige Modelle bieten Wechselgläser, sodass Sie je nach Wetter die passende Tönung einsetzen können.
Die richtige Tönung für Ihre Fahrten
Die Wahl der Tönung hängt davon ab, bei welchen Lichtverhältnissen Sie hauptsächlich fahren. Wer nur bei Sonnenschein fährt, ist mit Kategorie 3 gut beraten. Wer auch bei bedecktem Himmel oder in den Morgen- und Abendstunden fährt, sollte zu Kategorie 2 greifen. Diese Gläser bieten einen guten Kompromiss zwischen Blendschutz und ausreichender Helligkeit.
Für Fahrten in der Dämmerung oder bei stark bewölktem Himmel sind Gläser der Kategorie 1 oder sogar klare Gläser die bessere Wahl. Sie lassen genug Licht durch, damit Sie Schlaglöcher und Hindernisse rechtzeitig erkennen. Eine zu dunkle Tönung bei schlechtem Licht ermüdet die Augen und erhöht das Unfallrisiko.
Neben der Tönungsstärke spielt auch die Farbe der Gläser eine Rolle. Graue Gläser verfälschen Farben am wenigsten und eignen sich für die meisten Situationen. Braune oder kupferfarbene Gläser erhöhen den Kontrast und sind bei wechselndem Licht beliebt. Gelbe oder orangefarbene Gläser verbessern die Sicht bei Nebel und Dämmerung, verfälschen aber Farben stärker.
Was Radsportbrillen zusätzlich leisten sollten
Eine Radsportbrille muss mehr bieten als UV-Schutz und eine passende Tönung. Die Gläser sollten bruchsicher sein, damit sie bei einem Sturz nicht splittern und das Auge verletzen. Polycarbonat ist das übliche Material für Sportbrillen, weil es leicht und schlagfest ist.
Die Gläser sollten außerdem eine entspiegelte Rückseite haben, damit Licht von hinten nicht stört. Eine wasserabweisende Beschichtung lässt Regen und Schweiß abperlen, eine Anti-Fog-Beschichtung verhindert das Beschlagen der Gläser bei Anstrengung. Das ist besonders im Winter oder bei schnellen Temperaturwechseln wichtig.
Der Rahmen sollte eng am Gesicht anliegen, damit kein Fahrtwind die Augen austrocknet und keine Partikel hineingelangen. Gleichzeitig braucht die Brille Belüftungsschlitze, damit die Luft zirkulieren kann und die Gläser nicht beschlagen. Achten Sie auf einen sicheren Sitz, der auch bei holprigen Abfahrten nicht verrutscht.