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Handschuhe

Fahrradhandschuhe für lange Touren

Auf langen Radtouren sollen Handschuhe bei Schweiß sicheren Halt geben, den Druck auf die Hände mindern und zum Wetter passen. Wählen Sie zuerst die richtige Passform. Welche Polsterung, Fingerlänge und welchen Wetterschutz Sie brauchen, hängt von Ihren Händen, Ihrer Lenkerposition und der Tour ab.

Passform zuerst prüfen

Ein Handschuh sollte eng anliegen, ohne die Hand einzuschnüren. Falten oder verrutschender Stoff können reiben und Druckstellen verstärken. Probieren Sie die Handschuhe deshalb in Ihrer üblichen Fahrposition an, mit den Händen an Griffen und Bremshebeln. Der Stoff sollte dabei weder spannen noch Falten über den Handflächen bilden.

Achten Sie auch darauf, dass Sie Bremsen und Schaltung sicher bedienen können. Zu viel Material oder sehr dicke Polster können das Gefühl für den Lenker beeinträchtigen. Bei langen Touren zählt eine ruhige, sichere Handbewegung mehr als möglichst viel Polster.

Polster passend wählen

Polster können den Druck auf die Handfläche verringern. In einer Studie mit 36 erfahrenen Radfahrenden war der Druck auf den Handballen unter dem kleinen Finger auf einem stationären Fahrrad mit gepolsterten Handschuhen 10 bis 28 Prozent niedriger als ohne Handschuhe. Dünne Schaumstoffpolster schnitten dabei etwas besser ab als Gelpolster. Die Untersuchung erfasste jedoch nur den Druck in bestimmten Rennlenkerpositionen. Sie belegt nicht, dass ein bestimmtes Polster auf jeder langen Tour Beschwerden verhindert.

Wählen Sie daher Polster, die zu den Stellen passen, an denen Sie tatsächlich Druck spüren. Prüfen Sie beim Anprobieren, ob die Polster unter den Stellen liegen, an denen Ihre Hände bei den üblichen Griffpositionen aufliegen, und ob sie nicht verrutschen. Wenn ein Handschuh unangenehm dick wirkt oder den Griff unsicher macht, ist weniger Polster oft die bessere Wahl.

Handschuhe gleichen außerdem keine ungünstige Sitzposition aus. Wechseln Sie auf der Tour regelmäßig die Griffposition, halten Sie die Handgelenke möglichst gerade und fahren Sie mit entspannten Armen. Nehmen Sie anhaltendes Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust ernst. Prüfen Sie dann Ihre Sitzposition und den Kontakt zum Lenker, statt nur ein anderes Handschuhpolster auszuprobieren.

Schweiß und Reibung vermeiden

Bei Wärme helfen leichte, luftige Materialien, etwa Mesh (Netzgewebe) oder perforierte Stoffe. Ein saugfähiger Bereich am Daumen oder Handrücken ist praktisch, wenn Sie Schweiß abwischen möchten. Entscheidend bleibt, dass der Handschuh auch mit feuchten Händen guten Halt bietet.

Achten Sie beim Anprobieren darauf, ob der Stoff über einer Druckstelle wandert oder beim Greifen Falten wirft. Ein gut sitzender Handschuh kann Reibung verringern, verhindert Blasen aber nicht automatisch. Wenn sich auf einer längeren Fahrt eine Stelle unangenehm anfühlt, ändern Sie die Griffposition und prüfen Sie, ob der Handschuh verrutscht ist.

Handschuhe ans Wetter anpassen

Bei warmem Wetter sind kurze Fingerhandschuhe eine luftige Wahl. Sie schützen die Handfläche und lassen die Finger frei. Bei Wind, kühler Luft oder Regen bieten langfingrige Modelle mehr Abdeckung. Für nasse Bedingungen sollte der Handschuh genügend Halt geben und beweglich bleiben, damit Sie Bremsen und Schaltung zuverlässig bedienen.

Auf Touren mit wechselnder Wetterlage kann ein zweites, trockenes oder dünneres Paar im Gepäck sinnvoll sein. So können Sie wechseln, wenn sich die Bedingungen ändern oder die Handschuhe durchnässt sind. Prüfen Sie vor der Abfahrt, ob sich das Paar auch mit kalten oder feuchten Händen problemlos ausziehen und wieder anziehen lässt.