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Radbekleidung

Zwiebelprinzip für Radfahrer

Bei wechselhaftem Wetter ist es am Start kühl. Nach zehn Minuten Fahrt schwitzt man. Auf dem Rückweg zieht Regen auf. Das Zwiebelprinzip löst dieses Problem: mehrere dünne Schichten statt einer dicken Jacke. Die Basisschicht leitet Schweiß vom Körper weg, die Wärmeschicht speichert Körperwärme, der Wetterschutz hält Wind und Regen ab.

So können Sie einzelne Schichten an- und ausziehen, ohne zu frieren oder zu überhitzen. Der Grundsatz „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" gilt für Radfahrer, wenn die Schichten richtig aufeinander abgestimmt sind.

Die drei Schichten

Das Zwiebelprinzip funktioniert, weil jede Schicht eine klare Funktion übernimmt. Wählen Sie die Schichten nach ihrer Aufgabe aus, statt sie wahllos übereinanderzutragen. Die Basisschicht liegt direkt auf der Haut, die Wärmeschicht darüber, und der Wetterschutz bildet die äußere Hülle. Bei milder Temperatur reichen zwei Schichten, bei Kälte und Regen kommen alle drei zusammen.

Basisschicht leitet Feuchtigkeit ab

Die Basisschicht leitet Schweiß von der Haut weg. Beim Radfahren produziert der Körper Wärme und Feuchtigkeit. Nasse Kleidung kühlt den Körper schneller aus. Ein gutes Unterhemd oder Langarmshirt aus Funktionsmaterial transportiert die Feuchtigkeit nach außen, wo sie verdunsten kann. Baumwolle ist dafür ungeeignet, weil sie die Feuchtigkeit aufsaugt und nass auf der Haut liegen bleibt. Die Basisschicht soll eng anliegen, aber nicht einschnüren, damit sie Feuchtigkeit gut abtransportiert.

Wärmeschicht speichert Wärme

Die mittlere Schicht hält die Wärme am Körper. Sie hält eine Schicht warmer Luft zwischen Basisschicht und Wetterschutz. Je dicker und voluminöser das Material, desto mehr Luft wird gespeichert und desto wärmer ist es. Fleece, Wollpullover oder leichte Daunenjacken eignen sich gut für diese Schicht. Bei sportlichen Fahrten wählen Sie eine dünnere Wärmeschicht, weil Ihr Körper selbst viel Wärme produziert. Bei gemütlichen Touren oder in der Übergangszeit darf es etwas wärmer sein.

Wetterschutz hält Wind und Regen ab

Die äußere Schicht schützt vor Wind, Regen und Schnee. Sie sollte atmungsaktiv sein, damit die Feuchtigkeit aus den inneren Schichten entweichen kann. Eine Regenjacke, die keine Luft durchlässt, staut den Schweiß. Sie werden von innen nass. Winddichte Jacken mit Membranen wie Gore-Tex oder vergleichbaren Materialien halten Regen ab und lassen gleichzeitig Feuchtigkeit nach außen. Bei trockenem, aber windigem Wetter reicht eine dünne Windjacke, bei Regen brauchen Sie eine wasserdichte Variante.

Wann Sie Schichten anpassen

Der richtige Zeitpunkt zum An- und Ausziehen ist wichtig. Die Faustregel: Ziehen Sie eine Schicht aus, bevor Sie ins Schwitzen kommen, und ziehen Sie eine Schicht an, bevor Sie frieren. Wenn Sie am Start bereits schwitzen, haben Sie zu viel angezogen. Wenn Sie nach den ersten Kilometern frösteln, fehlt eine Schicht. Auf langen Touren in Bergregionen ändert sich das Wetter schnell, und im Tal ist es meist wärmer als auf dem Berg. Nehmen Sie deshalb eine zusätzliche Schicht im Rucksack mit und ziehen Sie sie an, bevor Sie auf den Berg fahren. Anhalten und Ausziehen ist immer einfacher, als frierend weiterzufahren.

Materialien und Pflege

Funktionsmaterialien verlieren ihre Wirkung, wenn sie verschmutzt oder falsch gepflegt werden. Waschen Sie die Kleidung mit einem Pflegemittel für Funktionsbekleidung und verzichten Sie auf Weichspüler, der die Membranen verklebt. Wolle, insbesondere Merinowolle, eignet sich gut als Basisschicht, weil sie auch bei Nässe wärmt und weniger schnell riecht als Kunstfaser. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Schichten gut zusammenpassen: Eine zu enge Wärmeschicht drückt die Luftschicht zusammen, eine zu weite lässt kalte Luft eindringen.