Wie eng muss Fahrradbekleidung sitzen?
Fahrradbekleidung sitzt richtig, wenn sie eng am Körper anliegt, ohne zu drücken oder die Bewegung einzuschränken. Das gilt für Trikot, Radhose und wärmende Schichten darunter. Sie soll wie eine zweite Haut anliegen, aber nirgends einschneiden.
Zu weite Kleidung flattert im Fahrtwind, scheuert auf der Haut und verschiebt sich in der Sitzposition. Zu enge Kleidung drückt auf Gelenke und empfindliche Stellen und schmerzt auf längeren Touren. Mit ein paar Kontrollen vermeiden Sie beide Fehler.
So sitzt das Trikot richtig
Radbekleidung ist auf die gebeugte Haltung auf dem Rad zugeschnitten. Ein Trikot hat deshalb hinten einen längeren Schnitt, damit es beim Fahren nicht hochrutscht und den unteren Rücken freilegt. Die Rückentaschen sitzen so, dass Sie sie im Sitzen erreichen. Ein gut sitzendes Trikot liegt an Schultern und Brust eng an, ohne Falten zu werfen. Falten sind ein Zeichen dafür, dass der Stoff zu viel Platz hat. Die Ärmel sollten am Oberarm anliegen, aber nicht einschneiden. Der Bund sollte vorne nicht hochrutschen und hinten den Rücken bedecken, auch wenn Sie sich nach vorne beugen. Wenn Sie die Arme nach vorne strecken, wie beim Fahren am Lenker, darf das Trikot nicht am Hals oder an den Schultern ziehen.
Die Länge ist ein häufiger Fehler. Viele kaufen das Trikot zu groß, weil sie es wie ein normales T-Shirt beurteilen. Auf dem Rad merken sie dann, dass der Stoff im Rücken flattert und die Taschen beim Zugriff verrutschen. Ein Trikot, das im Stehen bequem weit wirkt, ist in der Sitzposition oft zu groß.
Die Radhose im Sattel prüfen
Beurteilen Sie die Radhose in der Sitzposition, nicht im Stehen. Setzen Sie sich auf den Sattel und prüfen Sie, ob das Polster unter den Sitzknochen liegt und ob die Beinabschlüsse am Oberschenkel anliegen, ohne einzuschneiden. Die Träger einer Trägerhose sollten auf den Schultern aufliegen, ohne zu drücken. Wenn die Hose zu lang ist, staut sich der Stoff hinter den Knien und scheuert bei jeder Pedalumdrehung.
Zu enge Hosenbeine schnüren den Oberschenkel ab und können auf längeren Touren taube Stellen verursachen. Die Beinabschlüsse mit Silikongrippern sollen die Hose halten, aber keine roten Ränder hinterlassen. Wenn sich nach der Fahrt deutliche Druckstellen zeigen, ist die Hose zu eng.
Aero, Race und Endurance
Hersteller unterscheiden heute meist drei Passformen. Der Aero-Schnitt ist der engste, er liegt wie eine zweite Haut an und ist für Rennfahrer gedacht, die Windwiderstand sparen wollen. Etwas mehr Bewegungsfreiheit lässt der sportlich enge Race-Schnitt. Bequemer fällt der Endurance-Schnitt aus, mit mehr Platz an Bauch und Schultern, ohne dass der Stoff flattert. Für die meisten Alltagsfahrer und Tourenfahrer ist Race oder Endurance die richtige Wahl. Aero lohnt sich nur, wenn Sie regelmäßig schnell und in Rennhaltung fahren.
Material, Nähte und Bündchen sind wichtiger als Marke und Preis. Flache Nähte scheuern weniger auf der Haut, und gut verarbeitete Bündchen halten, ohne einzuschneiden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Nähte in der Sitzposition nicht auf empfindlichen Stellen liegen.
Zu eng oder zu weit
Anfänger kaufen Radbekleidung oft zu groß, weil sie enge Kleidung mit unbequem verwechseln. Profis achten dagegen auf Millimeter, weil sie den Windwiderstand minimieren wollen. Für den normalen Radfahrer gilt: Lieber eine Nummer, die eng anliegt, als eine, die weit ist. Zu weit verursacht mehr Probleme als zu eng, solange die enge Kleidung nicht einschneidet.
Druckstellen, Taubheitsgefühle und Scheuerstellen an den Nähten deuten auf zu enge Kleidung hin. Zu weite Kleidung erkennen Sie an Flattern, verrutschten Taschen und einem Polster, das nicht an Ort und Stelle bleibt. Beides stört auf längeren Fahrten, aber die Ursachen sind unterschiedlich: Zu eng drückt von außen, zu weit reibt von innen.
So prüfen Sie den Sitz
Ziehen Sie die Kleidung an und stellen Sie sich in die Position, die Sie auf dem Rad einnehmen. Beugen Sie sich nach vorne, strecken Sie die Arme aus und drehen Sie den Oberkörper leicht. Das Trikot sollte dabei nicht am Hals ziehen und nicht im Rücken zusammenschieben. Fassen Sie den Stoff am Bauch: Wenn Sie eine Faust zwischen Stoff und Haut schieben können, ist das Trikot zu weit. Wenn Sie die Finger nicht bewegen können, ist es zu eng.
Bei der Hose gilt derselbe Test am Oberschenkel. Der Stoff sollte anliegen, aber Sie sollten die Beinmuskeln darunter bewegen können. Achten Sie auf die Nähte: Sie sollten nicht direkt auf der Haut scheuern, wenn Sie die Beine im Kreis bewegen, wie beim Treten.