Ein Radtrikot soll leicht sein, Schweiß nach außen leiten und in gebeugter Sitzposition gut sitzen. Hersteller können aus Polyester dünne, leichte Stoffe machen, die eng am Körper sitzen und deren Fasern wenig Wasser aufnehmen. Wie gut das Trikot funktioniert, hängt auch von Strickart und Schnitt ab.
Schweiß von der Haut wegführen
Polyester nimmt im Inneren der Fasern wenig Feuchtigkeit auf. Das allein sorgt noch nicht dafür, dass Schweiß von der Haut wegkommt. Dafür muss der Stoff die Flüssigkeit über die Oberflächen von Garnen und Fasern verteilen. Diese Wirkung hängt unter anderem von der Form der Fasern und der Maschenstruktur ab.
Ein Funktionsstoff, der Schweiß gut ableitet, verteilt ihn über eine größere Fläche. Dort kann er leichter verdunsten. Ein dünnes, luftiges Gestrick fühlt sich deshalb bei anstrengenden Fahrten häufig angenehmer an als ein schwerer, dichter Stoff. Das Materialetikett sagt allerdings nicht zuverlässig voraus, wie gut ein bestimmtes Trikot Feuchtigkeit ableitet.
Schneller trocknen und leicht bleiben
Polyesterfasern nehmen wenig Wasser auf. Deshalb trocknen viele Polyesterstoffe nach dem Schwitzen oder Waschen vergleichsweise schnell. Wie rasch ein Trikot trocknet, hängt zusätzlich davon ab, wie dick und dicht es ist und wie gut Luft durch das Gestrick strömt. Ein schweres, enges Gewebe kann Feuchtigkeit länger halten als ein leichtes, offenes.
Aus feinen Garnen lässt sich leichte Radbekleidung herstellen. Entscheidend ist dabei das Gewicht des fertigen Stoffes, nicht nur die Faser. Wenn Sie ein Trikot für warme Tage suchen, achten Sie daher auf ein dünnes, luftiges Gestrick. Für kühlere Fahrten zählt dagegen auch, ob eine zusätzliche Schicht Wind abhält oder Wärme speichert.
Wie Schnitt und Gestrick die Passform prägen
Polyester allein macht ein Trikot nicht elastisch oder körpernah. Die Maschenstruktur beeinflusst, wie weit sich der Stoff dehnt und ob er danach wieder in seine Form zurückkehrt. Der Schnitt bestimmt, wie das Kleidungsstück am Körper sitzt. Viele Radtrikots enthalten zusätzlich Elastan. Es hilft dem Stoff, sich zu dehnen und danach wieder in seine Form zurückzukehren.
Prüfen Sie die Passform in einer gebeugten Haltung wie auf dem Rad. Das Trikot sollte am Rücken ausreichend lang bleiben und an Schultern, Brust und Armen nicht unangenehm ziehen. Ein enger Sitz reduziert das Flattern im Fahrtwind. Der Faseranteil auf dem Etikett ersetzt die Anprobe nicht.
Geruch und Pflege beachten
Polyester kann Geruchsstoffe stärker festhalten als Baumwolle. Wie stark sich Gerüche festsetzen, hängt vom Stoff und davon ab, wie Sie das Trikot nutzen. Waschen Sie das Trikot zeitnah und richten Sie sich nach dem Pflegeetikett. So vermeiden Sie, dass Schweiß lange im Stoff bleibt oder eine ungeeignete Behandlung die Fasern beschädigt.
Das passende Trikot auswählen
Für warme, intensive Fahrten eignet sich ein leichtes, luftiges Polyestertrikot, das in Fahrposition bequem sitzt; bei kühlem Wetter bietet ein dickerer Stoff mehr Bedeckung. Für Wärme und Windschutz ist aber die gesamte Kleidungsschicht entscheidend. Polyester findet sich auch in wärmenden Zwischenschichten, deren Funktion von Aufbau und Dicke abhängt.
Prüfen Sie beim Kauf, ob sich der Stoff angenehm anfühlt, das Trikot beim Vorbeugen gut sitzt und seine Dicke zum geplanten Einsatz passt. Die Angabe „Polyester“ nennt die Faser. Sie sagt für sich genommen nicht, wie gut der Stoff Schweiß transportiert oder trocknet und wie angenehm er sich trägt.