Regenschutz für Radfahrer
Wer mit dem Rad unterwegs ist, kennt die Situation: Der Himmel verdunkelt sich, und man fragt sich, ob man durchkommt oder nass wird. Die richtige Kleidung entscheidet, ob ein Regenschauer den Ausflug verdirbt oder nur kurz unterbricht.
Für die meisten Fahrten reichen drei Varianten: eine leichte Regenweste, eine robuste Regenjacke und eine packbare Reserve für den Rucksack. Welche Variante Sie wählen, hängt vom Wetter und der Temperatur ab. Auch Streckenlänge und Komfortbedürfnis spielen mit hinein.
Die drei Regenschutz-Typen
Regenweste, Regenjacke und packbare Reserve unterscheiden sich vor allem in Schutzumfang, Gewicht und Atmungsaktivität. Die Regenweste lässt die Arme frei und ist dadurch leichter und luftiger, schützt aber nur den Oberkörper. Die Regenjacke bedeckt auch die Arme und hat meist eine Kapuze, dafür ist sie schwerer und wärmer. Die packbare Reserve ist eine besonders leichte Regenjacke, die zusammengefaltet in den Rucksack passt und nur für den Notfall gedacht ist.
Wann eine leichte Regenweste reicht
Eine Regenweste ist die richtige Wahl, wenn Sie bei leichtem Nieselregen oder kurzen Fahrten in der Stadt unterwegs sind. Sie wiegt wenig, nimmt kaum Platz weg und lässt sich schnell überziehen. Weil die Arme frei bleiben, staut sich weniger Wärme unter dem Stoff, und Sie schwitzen weniger. Das ist besonders bei warmen Temperaturen angenehm, wenn eine Jacke schnell zu warm wird.
Bei stärkerem Regen werden die Ärmel nass, und bei kühleren Temperaturen fehlt der Schutz für die Arme. Eine Weste eignet sich daher vor allem für den Weg zur Arbeit oder kurze Besorgungen, bei denen Sie nicht lange im Regen stehen. Bei Schauern mit kräftigem Wind sollten Sie zur Jacke greifen.
Die Regenjacke als Allrounder
Für längere Fahrten und unbeständiges Wetter ist eine Regenjacke die zuverlässigere Wahl. Sie schützt Arme, Oberkörper und oft auch den Kopf, wenn eine Kapuze vorhanden ist. Gute Modelle haben verschweißte Nähte, damit kein Wasser durch die Stiche dringt, und einen Frontreißverschluss mit Untertritt, der den Regen abhält.
Eine solide Regenjacke ist zum Beispiel die Vaude Loamer Rain Jacket. Sie bietet zuverlässigen Regenschutz zu einem fairen Preis und wurde im Test der Zeitschrift Bike 2025 als Preis-Leistungs-Tipp genannt. Die Atmungsaktivität ist allerdings begrenzt. Bei intensiver Fahrt staut sich Feuchtigkeit im Inneren, und Sie schwitzen unter der Jacke. Das ist bei Regenjacken ein grundsätzliches Problem: Dicht gegen Wasser von außen bedeutet oft auch dicht gegen Schweiß von innen.
Für die meisten Alltagsfahrten ist dieser Kompromiss akzeptabel. Wenn Sie bei Regen zügig fahren und stark schwitzen, sollten Sie auf Modelle mit Belüftungsöffnungen unter den Armen achten oder eine dünnere Zwischenschicht wählen, die Feuchtigkeit von der Haut wegleitet.
Die packbare Reserve für den Rucksack
Die packbare Reserve ist die Jacke, die Sie dabei haben, aber hoffentlich selten brauchen. Sie lässt sich zu einem kleinen Päckchen zusammenfalten und nimmt kaum Platz im Rucksack oder in der Satteltasche ein. Sie ist eine Notfalljacke für den Fall, dass das Wetter umschlägt, und nicht für den dauerhaften Einsatz gedacht.
Für längere Touren sollten Sie immer mindestens eine solche leichte Notfalljacke mitführen. Das gilt besonders in den Bergen oder in Gegenden mit wechselhaftem Wetter, wo ein plötzlicher Schauer zur Tagesordnung gehört. Die Reserve muss nicht die beste Atmungsaktivität bieten, denn sie kommt nur zum Einsatz, wenn Sie sonst nass würden. Wichtig ist, dass sie dicht hält und sich schnell überziehen lässt.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Jacke wirklich klein packbar ist. Manche Modelle werden mit einer eigenen Tasche geliefert, in die sich die Jacke hineinstopfen lässt. Das erleichtert das Verstauen im Rucksack erheblich. Eine Reserve, die zu groß oder zu sperrig ist, bleibt am Ende zu Hause liegen. Das sollten Sie vermeiden.
Kaufkriterien für Regenjacken
Neben der Frage nach Weste oder Jacke gibt es ein paar Details, die eine gute von einer mittelmäßigen Regenjacke unterscheiden. Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasserdruck der Stoff aushält, bevor er durchlässig wird. Für den Radsport sollten Sie auf eine hohe Wassersäule achten. Verschweißte Nähte verhindern, dass Wasser an den Nahtstellen eindringt. Ein verstellbarer Saum oder Ärmelabschlüsse halten den Regen besser ab.
Auch die Passform spielt eine Rolle. Eine Regenjacke fürs Rad sollte nicht zu weit geschnitten sein, sonst flattert sie im Fahrtwind und bremst. Gleichzeitig braucht sie genug Bewegungsfreiheit, damit Sie sich nach vorn beugen und lenken können. Reflektierende Elemente sind bei Regen und schlechter Sicht wichtig, denn nasse Straßen und dunkle Wolken machen Sie für andere Verkehrsteilnehmer schwerer erkennbar.
Denken Sie auch an die anderen Körperteile. Regenjacke und Weste schützen den Oberkörper, aber nasse Füße und Hände können eine Fahrt genauso unangenehm machen. Überschuhe, Helmüberzug und wasserdichte Handschuhe gehören zur kompletten Regenausstattung. Wer nur den Oberkörper schützt, kühlt bei einem kräftigen Schauer trotzdem schnell aus.