Radkleidung für jedes Wetter und jede Strecke
Morgens scheint die Sonne, nachmittags schüttet es, auf dem Berg weht kalter Wind. Die richtige Kleidung entscheidet, ob Sie die Fahrt genießen oder frierend und durchnässt ankommen. Das Zwiebelprinzip hilft: Sie tragen mehrere dünne Schichten übereinander und legen sie je nach Wetter und Anstrengung an oder ab.
Drei Schichten genügen in den meisten Fällen: eine Basisschicht, die Schweiß ableitet, eine mittlere Schicht, die wärmt, und eine äußere Schicht, die Wind und Regen abhält. Das funktioniert in der Stadt, auf nassen Waldwegen und in den Bergen. Welche Materialien und Kombinationen für welche Strecke passen, hängt von Wetter und Untergrund ab.
Drei Schichten reichen für fast jede Fahrt
Die Basisschicht liegt direkt auf der Haut. Sie transportiert Schweiß nach außen, damit er schnell trocknet. Synthetische Fasern wie Polyester leiten Schweiß gut ab und sind günstig. Merinowolle kann das auch. Sie reguliert die Temperatur, sodass es bei wechselnder Anstrengung nicht zu schnell zu warm oder zu kalt wird. Baumwolle gehört nicht auf den Rücken: Sie saugt sich mit Schweiß voll, bleibt nass und kühlt den Körper aus.
Die mittlere Schicht isoliert. Ein Fleece-Pullover oder eine dünne Softshelljacke speichert warme Luft zwischen den Fasern. Je kälter es ist, desto dicker darf diese Schicht ausfallen. Bei milden Temperaturen reicht oft schon die Basisschicht allein.
Die äußere Schicht schützt vor Wind und Regen. Eine winddichte Jacke verhindert, dass der Fahrtwind die Wärme aus der Kleidung zieht. Eine Regenjacke mit wasserdichter, atmungsaktiver Membran hält Nässe ab und lässt den Schweiß nach außen entweichen. Der Kompromiss: Je dichter die Membran, desto besser der Regenschutz, aber desto schneller wird es darunter warm.
Kleidung für Regen, Hitze und Kälte
Bei Regen entscheiden die Details. Eine wasserdichte Jacke mit Kapuze, die unter den Helm passt, und Überschuhe halten den Oberkörper und die Füße trocken. Bei Dauerregen lohnt eine Regenhose, die über die Radhose gezogen wird. Achten Sie auf reflektierende Elemente, denn bei Regen sind Sie für Autofahrer schlechter sichtbar.
Bei Hitze zählt vor allem Atmungsaktivität. Ein dünnes, kurzärmeliges Trikot aus synthetischem Material leitet den Schweiß ab, helle Farben reflektieren die Sonne. Eine leichte Sonnenbrille und eine dünne Kappe unter dem Helm schützen vor Sonne und verhindern, dass Schweiß in die Augen läuft.
Bei Kälte machen kleine Teile den Unterschied. Handschuhe, eine dünne Mütze unter dem Helm und Überschuhe verhindern, dass Finger, Ohren und Füße auskühlen. Eine winddichte Jacke über der wärmenden Mittelschicht hält den Fahrtwind ab. Fahrtwind entzieht dem Körper schneller Wärme als stehende kalte Luft.
Nach der Strecke auswählen
In der Stadt und auf dem Weg zur Arbeit hat Sichtbarkeit Vorrang. Reflektierende Streifen, helle Farben und ein Rücklicht machen Sie im dichten Verkehr erkennbar. Eine Regenjacke mit Kapuze schützt auch auf kurzen Fahrten, und Schutzbleche halten Spritzwasser vom Rücken fern.
Auf dem Rennrad und bei sportlichen Touren zählen geringes Gewicht und Bewegungsfreiheit. Eng anliegende Trikots und Radhosen mit Polster verhindern Scheuern auf langen Strecken. Bei wechselhaftem Wetter passt eine dünne, winddichte Jacke in die Trikottasche und wird bei Bedarf schnell übergezogen.
Auf dem Mountainbike und im Wald muss die Kleidung Stürze und Astkontakt aushalten. Robuste Materialien an Knien und Ellenbogen, gegebenenfalls Protektoren, schützen besser als dünne Rennradstoffe. Weite Schnitte erlauben mehr Bewegungsfreiheit beim Fahren über Wurzeln und Steine.
In den Bergen sinkt die Temperatur mit der Höhe, und auf der Abfahrt kühlt der Fahrtwind zusätzlich. Packen Sie eine wärmende Zwischenschicht und eine winddichte Jacke ein, auch wenn es im Tal warm ist. Auf langen Anstiegen schwitzen Sie stark, auf der Abfahrt frieren Sie schnell. Eine dünne Schicht, die Sie oben anlegen, löst dieses Problem.
Wetter prüfen und packen
Prüfen Sie vor dem Losfahren die Wettervorhersage für die gesamte Strecke, nicht nur für den Startpunkt. In den Bergen und auf langen Touren kann das Wetter unterwegs umschlagen. Eine einfache Faustregel: Ziehen Sie sich so an, dass Ihnen in den ersten Minuten leicht kühl ist. Nach zehn Minuten Fahrt haben Sie sich aufgewärmt, und Sie schwitzen nicht sofort.
Kleine Teile wiegen wenig und passen in die Tasche. Handschuhe, eine dünne Mütze und eine winddichte Weste sollten Sie auch bei Sonnenschein dabeihaben, wenn die Strecke länger ist oder in die Berge führt.