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Radbekleidung

Radjacken für Wind, Regen und Kälte

Wer im Herbst oder Winter Rad fährt, braucht eine Jacke, die zum Wetter passt. Regenjacken, Windjacken, Softshelljacken und Thermojacken schützen vor Nässe, Zugluft oder Kälte. Jede ist für andere Bedingungen gebaut. Wer die vier Typen kennt, die Wassersäule richtig einordnet und beim Kauf auf die Details achtet, findet die passende Jacke für seine typischen Fahrten.

Die vier Jackentypen im Überblick

Die meisten Hersteller und Händler unterscheiden vier Grundtypen von Radjacken. Jeder Typ ist für bestimmte Bedingungen gedacht. Die Übergänge sind fließend.

Regenjacken sind die wasserdichteste Option. Sie bestehen aus einer Membran oder einer beschichteten Außenschicht, die Wasser abhält. Ihr Zweck ist eindeutig: Sie schützt bei starkem Regen. Der Nachteil ist die geringere Atmungsaktivität. Bei Anstrengung staut sich darunter schnell Wärme und Feuchtigkeit, wenn die Jacke keine Belüftungsöffnungen hat.

Windjacken sind leicht und dünn, blocken aber den Fahrtwind zuverlässig. Sie eignen sich für kühle, trockene Tage, an denen Sie vor allem die Auskühlung durch den Fahrtwind vermeiden wollen. Viele Windjacken sind winddicht, aber nicht wasserdicht. Bei leichtem Nieselregen halten sie kurz stand, bei anhaltendem Regen werden sie nass.

Softshelljacken sind der Allrounder unter den Radjacken. Sie bestehen aus einem dehnbaren, meist dreilagigen Material, das windabweisend, wasserabweisend und atmungsaktiv ist. Softshell sitzt oft enger am Körper und eignet sich gut für wechselhaftes Wetter im Frühling und Herbst. Bei starkem Regen wird sie nass, dafür schwitzt man darunter weniger als in einer Regenjacke.

Thermo- oder Winterjacken sind isoliert und halten den Körper bei niedrigen Temperaturen warm. Sie haben eine wärmende Schicht, oft aus Fleece oder Kunstfaser, und sind meist winddicht. Sie sind die richtige Wahl für kalte, trockene Tage. Bei Nässe brauchen Sie zusätzlich eine Regenjacke darüber, oder Sie wählen eine Winterjacke mit wasserdichter Membran.

Auch wofür Sie die Jacke nutzen, ist wichtig. Auf dem Rennrad sitzen Sie vornübergebeugt. Die Jacke sollte daher am Rücken länger geschnitten sein und im Schritt nicht hochrutschen. Beim Mountainbike brauchen Sie mehr Bewegungsfreiheit in den Armen und einen robusten Stoff, der auch mal einen Ast abbekommt. In der Stadt zählen reflektierende Elemente und eine Kapuze, die unter dem Helm getragen werden kann.

Was die Wassersäule bedeutet

Auf Jacken finden Sie oft die Angabe einer Wassersäule in Millimetern. Diese Zahl gibt an, wie wasserdicht das Material ist. Der Wert entsteht in einem genormten Test. Das Material wird mit der Außenseite nach oben eingespannt. Von oben drückt eine Wassersäule mit steigendem Druck auf den Stoff. Gemessen wird der Druck in Millimetern Wassersäule, bei dem die ersten drei Wassertropfen durch das Material dringen. Je höher der Wert, desto mehr Druck hält das Material aus, bevor es nass wird.

Ein niedriger Wert gilt als regendicht für leichten Regen. Höhere Werte halten auch stärkeren Regen und längere Fahrten aus. Für den Alltag auf dem Rad ist ein mittlerer Wert ein guter Richtwert. Wichtig ist aber: Die Wassersäule beschreibt nur das frische Material. Nach einigen Wäschen oder bei starker Beanspruchung sinkt die Wasserdichtigkeit, wenn die Imprägnierung abgenutzt ist.

Die richtige Jacke für Ihre Fahrt

Statt nach dem teuersten Modell zu greifen, sollten Sie von Ihren typischen Fahrten ausgehen. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

Wie weit fahren Sie und wie schnell? Auf kurzen Stadtfahrten mit wenig Anstrengung können Sie eine dickere Jacke tragen, ohne zu schwitzen. Auf längeren Touren mit höherem Tempo ist Atmungsaktivität entscheidend, sonst werden Sie von innen nass.

Wie ist das Wetter wirklich? Bei Dauerregen hilft nur eine Regenjacke mit verschweißten Nähten. Bei trockenem Wind reicht eine Windjacke. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt brauchen Sie eine isolierte Jacke oder ein Schichtsystem.

Tragen Sie mehrere Schichten? Das Zwiebelprinzip funktioniert auch auf dem Rad: Eine dünne Funktionsunterwäsche, darüber ein Midlayer aus Fleece oder Wolle, außen eine wind- oder wasserdichte Jacke. So passen Sie die Bekleidung an die Temperatur an, ohne mehrere teure Jacken zu kaufen. Eine dünne, gut packbare Wind- oder Regenjacke, die in die Rückentasche passt, ist für wechselhaftes Wetter oft sinnvoller als eine dicke Winterjacke.

Kaufkriterien für Radjacken

Neben dem Jackentyp entscheiden Details über den Komfort. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Verschweißte Nähte: Bei Regenjacken müssen die Nähte abgeklebt oder verschweißt sein, sonst dringt dort Wasser ein.
  • Belüftungsöffnungen: Unter den Achseln oder am Rücken öffnen sich Reißverschlüsse, die überschüssige Wärme entweichen lassen. Das ist bei Regenjacken wichtig, die sonst schnell zum Dampfbad werden.
  • Verstellbare Bündchen und Saum: Damit die Jacke am Handgelenk und an der Hüfte abschließt, ohne dass Wind hineinfährt.
  • Taschen: Eine wasserdichte Tasche für Handy und Schlüssel, am besten auf der Rückseite, damit sie beim Fahren nicht stört.
  • Reflektoren: Für Fahrten in der Dämmerung sind reflektierende Elemente an Ärmeln und Rücken Pflicht, besonders in der Stadt.
  • Kapuze: Für den Helm sollte die Kapuze weit genug sein. Manche Jacken haben eine verstaubare Kapuze oder einen Klettverschluss, um sie am Kragen zu fixieren.

Die Passform sollten Sie nicht unterschätzen. Eine Radjacke sitzt enger als eine Alltagsjacke, darf aber nicht einschränken. Probieren Sie die Jacke in der Fahrposition an, also mit angewinkelten Armen, und prüfen Sie, ob die Ärmel lang genug sind und der Rücken bedeckt bleibt.

Pflege verlängert die Lebensdauer

Eine gute Radjacke hält mehrere Jahre, wenn Sie sie richtig pflegen. Waschen Sie Membranjacken mit einem speziellen Waschmittel für Funktionsbekleidung, niemals mit Weichspüler. Der verklebt die Membran und verringert die Atmungsaktivität. Nach dem Waschen sollte die Imprägnierung regelmäßig erneuert werden, sonst verliert das Material seine wasserabweisende Wirkung. Trocknen Sie die Jacke an der Luft, nicht im Trockner, und bügeln Sie sie nicht.