Radhosen für Damen und Herren im Vergleich
Bei längeren Touren entscheidet die Hose am Gesäß über den Komfort. Radhosen für Damen und Herren unterscheiden sich vor allem in Passform und Sitzpolster, also der Polsterung zwischen Körper und Sattel.
Weil Frauen und Männer unterschiedlich geformte Becken haben, muss das Sitzpolster genau dort aufliegen, wo der Körper beim Fahren den Sattel berührt. Eine gut sitzende Radhose beugt Druckstellen und Schmerzen vor; eine schlecht sitzende macht jede Tour zur Qual.
Warum Damen- und Herren-Radhosen unterschiedlich sitzen
Der wichtigste Unterschied zwischen Damen- und Herren-Radhosen liegt im Becken. Frauen haben in der Regel ein breiteres Becken und einen anderen Abstand zwischen den Sitzbeinhöckern, also den Knochenpunkten, auf denen man beim Sitzen auf dem Sattel lastet. Das Sitzpolster einer Damenhose ist deshalb im hinteren Bereich breiter und anders geformt als bei einer Herrenhose. Herrenmodelle sind vorne anders geschnitten, um im Schritt genug Platz zu lassen.
Hersteller wie VAUDE haben gemeinsam mit Universitäten untersucht, wie Sitzposition, anatomische Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der Untergrund den Sitzkomfort beeinflussen. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung der Sitzpolster ein. Die Unterscheidung zwischen Damen- und Herrenmodellen basiert also auf gemessenen Unterschieden in der Anatomie.
Worauf es beim Sitzpolster ankommt
Das Sitzpolster ist der wichtigste Teil jeder Radhose. Es liegt zwischen Körper und Sattel und verteilt den Druck. Drei Dinge entscheiden, ob es passt:
Die Breite. Das Polster muss breiter sein als die Sitzbeinhöcker, sonst drückt der Sattel an den Knochen vorbei auf weiches Gewebe. Bei Damenmodellen ist das Polster im hinteren Bereich breiter, weil das Becken breiter ist.
Die Dicke. Ein dickeres Polster klingt nach mehr Komfort, ist aber nicht immer besser. Zu viel Polster kann beim Treten stören und scheuern. Die richtige Dicke hängt von der Fahrweise ab. Wer lange Touren fährt, braucht mehr Dämpfung. Wer sportlich unterwegs ist, kommt mit einem dünneren, festeren Polster besser zurecht.
Die Position. Das Polster muss so sitzen, dass es beim Fahren nicht verrutscht. Es ist in die Hose eingenäht und sollte sich nicht verschieben lassen. Wenn das Polster beim Fahren wandert, entstehen Reibung und Druckstellen.
So finden Sie die richtige Radhose
Messen Sie zuerst Ihre Sitzbeinhöcker. Viele Fahrradläden bieten eine Sattelvermessung an, bei der die Breite der Sitzbeinhöcker gemessen wird. Diese Breite ist die Grundlage für die Wahl des Sitzpolsters. Wer keine Vermessung machen möchte, kann sich an der Größenangabe des Herstellers orientieren, die meist auf der Verpackung oder im Onlineshop steht.
Probieren Sie die Hose mit der Unterwäsche an, die Sie auch beim Fahren tragen wollen. Radhosen tragen Sie in der Regel ohne Unterwäsche, weil die Nähte der Unterwäsche unter dem Polster scheuern. Die Hose sollte eng anliegen, aber nicht einschneiden. Der Beinabschluss mit Silikon- oder Gummigrip sollte halten, ohne zu drücken.
Achten Sie auf die Verarbeitung. Flache Nähte verhindern Scheuerstellen, ein breiter Bund ohne störenden Druckpunkt erhöht den Komfort. Bei Damenmodellen ist der Bund oft höher geschnitten, bei Herrenmodellen liegt er tiefer. Der höhere Bund bei Damenmodellen folgt der unterschiedlichen Körperform.