Fahrradkleidung für Wind und Regen
Radfahren bei Wind und Regen braucht Kleidung, die Regen abhält und den Wind bricht. Sonst kühlt der Körper trotz Regenjacke aus. Eine Jacke, die beides perfekt kann, gibt es nicht. Ein Schichtsystem löst das Problem: Die äußere Schicht wählen Sie nach Streckenlänge und Wetter. Für kurze Stadtfahrten reicht ein Regenponcho, für längere Touren eine atmungsaktive Regenjacke.
Drei Schichten für Wind und Regen
Die Grundregel für Radfahren bei Nässe und Wind lautet: drei Schichten, die zusammenarbeiten. Die unterste Schicht, ein dünnes Funktionsshirt, transportiert Schweiß von der Haut weg. Die mittlere Schicht, etwa ein Fleece oder eine leichte Wolljacke, speichert Wärme. Die äußere Schicht hält Regen und Wind ab und muss dabei dicht sein und Feuchtigkeit nach außen lassen. Eine reine Regenjacke aus dichtem Kunststoff staut die Körperwärme. Sie schwitzen von innen und werden trotzdem nass. Achten Sie deshalb auf atmungsaktive Materialien oder Belüftungsöffnungen unter den Armen.
Regenponcho für kurze Strecken
Der Regenponcho, im Fachhandel oft Fahrradcape genannt, ist die preiswerteste Lösung. Er schützt Körper, Oberschenkel und Arme und lässt sich über der normalen Alltagskleidung tragen, was praktisch ist, wenn Sie zur Arbeit fahren und dort keine Radsportkleidung anziehen möchten. Stephanie Krone vom ADFC weist darauf hin, dass Fahrradcapes ausreichend belüftet sind, aber einen großen Windwiderstand bieten. Bei Gegenwind bremst der Poncho spürbar, und Böen können den Stoff anheben. Modelle für etwa 50 Euro haben eine Sturmsicherung, die den Stoff am Lenker oder an den Beinen fixiert. Für Strecken bis etwa fünf Kilometer ist der Poncho eine gute Wahl, für längere Touren wird er zur Last.
Regenjacken für längere Fahrten
Wenn Sie regelmäßig mehr als eine halbe Stunde bei Regen fahren, sollten Sie in eine Regenjacke investieren, die eng anliegt und den Windschatten des Körpers nutzt. Die Zeitschrift MOUNTAINBIKE hat Regenjacken getestet und drei Modelle ausgezeichnet. Testsieger ist die C5 Gore-Tex Trail Kapuzenjacke von Gore, die mit hohem Klimakomfort und gutem Regenschutz überzeugt. Als Kauftipp mit höchstem Regenschutz und guter Verarbeitung nennt der Test die Montane Pac Plus Jacket. Wer ein begrenztes Budget hat, findet mit der Fahrrad Regenjacke MTB All Mountain von Rockrider einen günstigen zweiten Kauftipp. Sie ist ansprechend ausgestattet und bietet guten Regenschutz. Diese Empfehlungen gelten für die genannten Modelle, nicht für alle Regenjacken einer Marke.
Achten Sie beim Kauf auf eine Kapuze, die unter den Helm passt, auf verstellbare Ärmelabschlüsse und auf eine längere Rückenpartie, die im vorgebeugten Fahrersitz nicht hochrutscht. Reflektierende Elemente sind bei Regen und schlechter Sicht Pflicht.
Regenhose, Überschuhe und Handschuhe
Die Jacke allein reicht nicht. Bei Regen läuft Wasser von der Jacke auf die Oberschenkel, und die Füße werden schnell nass. Eine Regenhose mit langem Reißverschluss an den Seiten lässt sich über der Radhose anziehen, ohne die Schuhe auszuziehen. Überschuhe aus Neopren halten die Füße warm und trocken, denn nasse Füße kühlen den ganzen Körper aus. Handschuhe sollten wasserdicht sein, aber auch genug Griffgefühl am Lenker lassen. Für den Kopf reicht die Kapuze der Jacke, darunter tragen Sie am besten eine dünne Mütze, die unter den Helm passt.
Entscheidungshilfe nach Strecke und Wetter
Überlegen Sie vor dem Kauf, wie Sie fahren. Für den Weg zur Arbeit in der Stadt, mit Gepäck und normaler Kleidung, ist der Regenponcho die unkomplizierteste Lösung. Für sportliche Touren, bei denen Sie schwitzen und schneller fahren, lohnt die atmungsaktive Regenjacke. Wenn Sie beides brauchen, eine Jacke für die Tour und einen Poncho für den Alltag, ist das keine Verschwendung, denn die Anforderungen sind unterschiedlich. Bei starkem Wind hilft auch die beste Jacke wenig, wenn sie nicht eng anliegt. Probieren Sie die Jacke in Fahrposition an, also mit angewinkelten Armen, und prüfen Sie, ob sie am Rücken nicht spannt.