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Radbekleidung

Fahrradkleidung für wechselhaftes Wetter

Im Herbst und Frühjahr wechseln die Bedingungen auf dem Rad schnell: morgens fünf Grad, mittags Sonne, abends Regen. Beim Zwiebelprinzip tragen Sie mehrere dünne Schichten übereinander. So passen Sie sich dem Wetterwechsel an. Sie ziehen je nach Temperatur und Wetter Schichten an oder aus, schwitzen nicht, frieren nicht und schleppen keine komplette Ausrüstung mit.

Das Zwiebelprinzip richtig aufbauen

Die Grundidee ist einfach: Statt einer dicken Jacke tragen Sie drei dünnere Schichten, die Sie einzeln ablegen können. Die unterste Schicht liegt direkt auf der Haut und transportiert Feuchtigkeit vom Körper weg. Dafür eignen sich Funktionsunterwäsche aus Synthetik oder Merinowolle. Baumwolle ist hier die falsche Wahl, denn sie saugt sich mit Schweiß voll, bleibt nass und kühlt den Körper aus.

Die mittlere Schicht isoliert und hält die Wärme. Das kann ein dünnes Fleece-Oberteil, eine leichte Wolljacke oder ein Langarm-Trikot sein. Je nach Temperatur reicht diese Schicht allein oder Sie kombinieren sie mit der Basisschicht.

Die äußere Schicht schützt vor Wind und Regen. An windigen Herbsttagen ist eine winddichte Jacke wichtig. Der Fahrtwind kühlt den Körper sonst stark aus, selbst wenn die Lufttemperatur nicht niedrig ist. Bei Regen brauchen Sie eine wasserdichte Jacke mit Membran, die gleichzeitig atmungsaktiv ist. Eine reine Regenjacke ohne Atmungsaktivität macht Sie von innen nass, weil der Schweiß nicht entweichen kann.

Die richtigen Materialien wählen

Bei der Basisschicht entscheidet das Material darüber, ob Sie trocken bleiben. Synthetikfasern wie Polyester trocknen schnell und sind günstig. Merinowolle wärmt auch im nassen Zustand und neutralisiert Gerüche, sodass Sie das Oberteil mehrere Tage tragen können. Für die Übergangszeit reicht eine dünne Variante, erst im tiefen Winter brauchen Sie eine dickere.

Die mittlere Schicht sollte leicht und packbar sein. Ein Fleece mit Reißverschluss lässt sich unterwegs schnell öffnen, wenn Sie an einer Ampel stehen oder bergauf fahren. Achten Sie darauf, dass die Schichten nicht zu dick sind, sonst passen sie nicht unter die Außenjacke und Sie können sie nicht variieren.

Achten Sie bei der Außenjacke auf die Verarbeitung. Eine gute Regenjacke hat verschweißte Nähte, einen wasserdichten Reißverschluss und eine verstellbare Kapuze, die über den Helm passt. Belüftungsöffnungen unter den Armen geben an anstrengenden Anstiegen überschüssige Wärme ab, ohne dass Sie die Jacke ausziehen müssen.

Was Sie mitnehmen sollten

Nicht alles müssen Sie von Anfang an tragen. Bei wechselhaftem Wetter packen Sie die zusätzlichen Teile in eine Satteltasche oder einen kleinen Rucksack. Eine kompakte Regenjacke, die sich in ihrer eigenen Tasche verstaut, passt in fast jede Tasche. Dazu kommen ein Paar dünne Überschuhe, die über den Schuhen sitzen und die Füße vor Nässe schützen. Nasse Füße kühlen schnell aus und machen die Fahrt unangenehm.

Handschuhe sind ebenfalls wichtig, weil die Hände am Lenker dem Fahrtwind direkt ausgesetzt sind. Dünne Windstopper-Handschuhe reichen für die Übergangszeit, bei kälteren Temperaturen greifen Sie zu wärmeren Modellen. Eine dünne Mütze oder ein Stirnband unter dem Helm schützt die Ohren, ohne dass Sie einen dicken Winterhelm brauchen.

Wenn Sie mit dem Rad zur Arbeit fahren, lohnt sich ein Wechselshirt am Zielort. So können Sie morgens eine wärmere Schicht tragen und nach der Ankunft das verschwitzte Oberteil gegen ein trockenes tauschen.

Wann Sie reagieren sollten

Wann Sie eine Schicht an- oder ausziehen, hängt von Temperatur, Fahrtdauer und Ihrem eigenen Empfinden ab. Als Faustregel gilt: Ziehen Sie sich so an, dass Ihnen in den ersten fünf Minuten leicht kühl ist. Wenn Sie sich von Anfang an warm anfühlen, werden Sie nach zehn Minuten Fahrt schwitzen, und der nasse Schweiß kühlt Sie später aus.

Bei Temperaturen um zehn Grad reichen eine dünne Basisschicht und eine winddichte Jacke. Unter fünf Grad kommt die mittlere Schicht dazu. Über fünfzehn Grad genügt ein Langarm-Trikot, die Jacke wandert in die Tasche. Diese Werte sind Richtwerte, denn Fahrtwind, Steigungen und Ihre persönliche Veranlagung verschieben die Grenzen.

Wenn während der Fahrt Regen einsetzt, halten Sie an und ziehen die Regenjacke an, bevor Sie durchnässt sind. Eine nasse Kleidung kühlt den Körper deutlich schneller aus, und der Spaß an der Fahrt leidet. Überschuhe sollten Sie ebenfalls früh anziehen, denn nasse Schuhe trocknen unterwegs kaum.

Beleuchtung und Sichtbarkeit nicht vergessen

Wechselhaftes Wetter bedeutet oft auch schlechte Sicht. An kurzen Herbsttagen und bei Regen sind Sie als Radfahrer für Autofahrer schwer zu erkennen. Eine gute Beleuchtung mit Front- und Rücklicht ist Pflicht, dazu Reflektoren an Speichen, Pedalen und Rahmen. Zusätzlich helfen reflektierende Elemente an Kleidung oder Schuhen, damit Sie auch aus seitlichen Winkeln wahrgenommen werden.

Eine helle Jacke in Gelb oder Orange verbessert die Sichtbarkeit bei Dämmerung und Regen deutlich. Wenn Sie häufig bei schlechtem Wetter fahren, lohnt sich eine Jacke mit reflektierenden Streifen, die bei Scheinwerferlicht aufleuchten.