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Radbekleidung

Fahrradkleidung für kühle Morgenstunden

Sie starten bei 8 Grad und kommen bei deutlich wärmeren Temperaturen zurück. Die Kleidung für den Start wird nach einer Stunde zu warm. Das Zwiebelprinzip bedeutet: Sie tragen mehrere dünne Schichten und legen sie unterwegs einzeln ab. So bleiben Sie weder zu kalt noch zu warm. Nasse Kleidung kühlt den Körper aus, sobald Sie langsamer fahren oder anhalten.

Das Zwiebelprinzip für den Morgen

Das Prinzip ist einfach: Statt einer dicken Jacke tragen Sie zwei oder drei dünnere Schichten und ziehen sie bei steigender Temperatur Stück für Stück aus. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt dieses Vorgehen für das Radfahren in der kalten Jahreszeit. Jede Schicht hat eine eigene Aufgabe.

Die unterste Schicht liegt direkt auf der Haut und transportiert Schweiß nach außen. Dafür eignen sich Funktionsunterwäsche aus Synthetik oder Merinowolle. Die mittlere Schicht isoliert und speichert Körperwärme, etwa ein dünnes Langarmtrikot oder ein Fleece-Oberteil. Die äußere Schicht schützt vor Wind und Regen, zum Beispiel eine Weste oder eine leichte Windjacke.

Der Vorteil gegenüber einer einzigen dicken Jacke zeigt sich, sobald die Sonne aufgeht: Sie können die äußere Schicht abnehmen, ohne dass Sie darunter im T-Shirt frieren. Wichtig ist, dass die Schichten wirklich komplett abnehmbar sind. Eine Jacke, die sich nur aufzippen lässt, aber nicht ausgezogen werden kann, reicht bei großen Temperatursprüngen nicht aus.

Schichten nach Temperatursprung wählen

Wie viele Schichten Sie brauchen, hängt davon ab, wie stark die Temperatur im Tagesverlauf steigt. Der Bekleidungshersteller LÖFFLER hat dafür konkrete Empfehlungen für Rennradfahrer, die sich aber auf andere Radtypen übertragen lassen.

Bei einem großen Temperatursprung, also einem Start unter 8 Grad und einem Nachmittag über 15 Grad, empfiehlt LÖFFLER ein kurzärmeliges Trikot mit thermischen Beinlingen, thermischen Armlingen und einer Radweste. Alle drei Zusatzteile lassen sich einzeln entfernen, sobald die Sonne kräftiger scheint. Die Beinlinge kommen zuerst ab, weil die Beine beim Treten genug Wärme erzeugen, danach die Armlinge und zuletzt die Weste.

Bei einem mittleren Sprung, also einem Start bei kühlen Temperaturen und einem Nachmittag bei angenehm warmen Temperaturen, reichen ein kurzärmeliges Trikot, elastische Armlinge und eine Weste oder Windjacke. Beinlinge sind in diesem Bereich meist überflüssig, weil die Beinmuskulatur beim Pedalieren ausreichend Wärme produziert. Die Weste schützt den Rumpf in der kühlen Anfangsphase und lässt sich später in der Trikottasche verstauen.

Bei einem kleinen Sprung, also einem Start bei milden Temperaturen und einem Nachmittag bei sehr warmen Temperaturen, genügen ein kurzärmeliges Trikot und elastische Armlinge. Eine Weste können Sie in die Trikottasche stecken, brauchen sie aber nur auf Abfahrten oder freien, windigen Passagen.

Wann Sie die Schichten ablegen

Wann Sie ablegen, ist genauso wichtig wie was Sie anziehen. Wenn Sie zu lange warten, schwitzen Sie, und die nasse Kleidung kühlt Sie beim nächsten Stopp aus. Wenn Sie zu früh ausziehen, frieren Sie auf dem nächsten Abschnitt.

Eine Faustregel: Ziehen Sie die erste Schicht ab, sobald Sie spüren, dass Sie anfangen zu schwitzen, nicht erst, wenn Sie bereits nass sind. Bei einer Radtour mit Steigungen gilt das besonders, denn bergauf produzieren Sie deutlich mehr Wärme als auf ebener Strecke. Legen Sie die abgelegten Teile so hin, dass Sie sie schnell wieder anziehen können; eine Weste lässt sich zusammengefaltet in die Trikottasche stecken, Armlinge passen ebenfalls hinein. Beinlinge sind etwas sperriger, finden aber ebenfalls in einer größeren Trikottasche oder einem kleinen Rucksack Platz.

Wer mit dem Rucksack pendelt, hat es einfacher: Dort können Sie alle abgelegten Schichten verstauen, ohne dass sie im Weg sind. Achten Sie aber darauf, dass der Rucksack nicht zu schwer wird und die Luftzirkulation am Rücken nicht blockiert.

Materialien und Passform

Das Material entscheidet, wie gut das Zwiebelprinzip funktioniert. Synthetische Fasern wie Polyester trocknen schnell und transportieren Schweiß zuverlässig ab. Merinowolle wärmt auch im feuchten Zustand und neutralisiert Gerüche, trocknet aber langsamer. Baumwolle ist für die unterste Schicht ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit aufsaugt und nass auf der Haut liegen bleibt.

Arm- und Beinlinge sollten eng anliegen, aber nicht einschneiden. Elastische Bündchen am oberen Rand verhindern, dass sie beim Treten verrutschen. Bei der Weste ist ein winddichtes Material an der Vorderseite wichtiger als eine dicke Isolierung, denn der Fahrtwind kühlt vor allem den Brustbereich aus. Die Rückseite darf ruhig atmungsaktiv sein, damit der Schweiß entweichen kann.

Für die Übergangszeit gilt: Lieber eine Schicht zu viel einpacken als zu wenig. Eine dünne Weste wiegt kaum etwas und lässt sich bei Bedarf anziehen. Wer morgens bei 5 Grad startet, sollte zusätzlich Handschuhe und eine dünne Mütze unter dem Helm einplanen, denn an Händen und Kopf verliert der Körper besonders schnell Wärme.