Categories
Radbekleidung

Fahrradkleidung für die Übergangszeit

Im Frühling und Herbst wechseln die Temperaturen am Tag stark: morgens einstellige Werte, mittags kräftige Sonne, abends empfindlich kühl. Startet man mit dicker Jacke, schwitzt man mittags. Wer leicht losfährt, friert auf dem Rückweg. Mehrere dünne Schichten, die Sie je nach Temperatur an- oder ausziehen, halten den Körper warm, ohne dass Sie überhitzen. Das ist zuverlässiger als jede einzelne Jacke.

Das Drei-Schichten-System

Für Fahrradkleidung in der Übergangszeit brauchen Sie drei Lagen mit unterschiedlichen Aufgaben. Die unterste Schicht, ein dünnes Funktionsshirt aus Merinowolle oder Kunstfaser, transportiert Schweiß von der Haut nach außen. Baumwolle ist hier ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit aufsaugt und dann kalt auf der Haut liegt. Darüber folgt die mittlere Schicht, etwa ein leichtes Langarmshirt oder eine dünne Fleecejacke, die Wärme in der Luft zwischen den Fasern speichert. Die äußere Schicht schützt vor Wind und Nieselregen, ohne die Feuchtigkeit von innen einzuschließen.

Bei kalten Temperaturen tragen Sie alle drei Schichten. Sobald es wärmer wird, ziehen Sie die mittlere oder die äußere Schicht aus. Wichtig ist, dass jede Schicht einzeln tragbar ist und sich schnell über- oder ausziehen lässt. Ein Trikot mit durchgehendem Reißverschluss erleichtert das An- und Ausziehen während der Fahrt, ohne dass Sie komplett anhalten müssen.

Temperaturwechsel im Tagesverlauf

In der Übergangszeit sind die Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages die größte Herausforderung. Morgens starten Sie am besten mit allen drei Schichten. Der Körper braucht in den ersten Minuten noch Zeit, um Wärme zu erzeugen, und auf flachen Strecken oder bei Gegenwind kühlt er schnell aus. Eine dünne Mütze unter dem Helm und Handschuhe gehören morgens dazu, denn über Kopf und Hände geht besonders viel Wärme verloren.

Mittags, wenn die Sonne den Asphalt aufheizt, reicht oft das Funktionsshirt mit einer dünnen Außenschicht gegen den Wind. Die mittlere Schicht können Sie in einer Trikottasche oder im Rucksack verstauen. Wer mittags nur kurz fährt, etwa zur Mittagspause, kommt mit zwei Schichten aus. Legen Sie die Kleidung nicht erst ab, wenn Sie bereits schwitzen, denn sobald der Schweiß ausbricht, kühlt der Körper bei der nächsten Abfahrt stark aus.

Abends sinken die Temperaturen wieder, oft schneller als erwartet. Wer nach Feierabend fährt, sollte die mittlere Schicht wieder anlegen, bevor die Sonne untergeht. Eine Weste mit winddichtem Vorderteil ist für diese Tageszeit besonders praktisch, weil sie den Rumpf warm hält, ohne die Arme einzuschränken. Wenn Sie abends länger unterwegs sind, rechnen Sie damit, dass es nach Sonnenuntergang noch einmal deutlich kühler wird.

Unterwegs umschichten

Der Schichtenwechsel während der Fahrt braucht etwas Übung. Wenn Sie anhalten, um eine Schicht auszuziehen, kühlen Sie in den ersten Minuten aus, weil der Körper noch Schweiß abgibt. Ziehen Sie die Schicht daher aus, solange Sie noch warm sind, und warten Sie nicht, bis Sie frösteln. Nach dem Ausziehen sollten Sie kurz weiterfahren, damit sich der Körper an die neue Kleidung gewöhnt, bevor Sie wieder anhalten.

Bei längeren Touren mit Steigungen und Abfahrten gilt: Öffnen Sie vor dem Anstieg eine Schicht oder ziehen Sie sie aus, und schließen Sie sie vor der Abfahrt wieder. Auf der Abfahrt bläst der Fahrtwind ungehindert durch dünne Stoffe, und der Körper kühlt in wenigen Minuten auf die Außentemperatur ab. Eine winddichte Außenschicht, die Sie nur für die Abfahrt überziehen, verhindert dieses Auskühlen, ohne dass Sie während der Auffahrt schwitzen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Für die Übergangszeit brauchen Sie keine Spezialausrüstung. Achten Sie bei der Außenschicht auf Winddichtigkeit an der Vorderseite und atmungsaktives Material am Rücken. Vollständig wasserdichte Jacken sind für die Übergangszeit oft zu warm, weil sie die Körperfeuchtigkeit stauen. Eine leichte Weste oder eine winddichte Jacke mit Belüftungsöffnungen unter den Armen deckt die meisten Wetterlagen ab.

Bei der mittleren Schicht zählt das Gewicht mehr als die Dicke. Eine dünne Fleecejacke oder ein leichtes Wollshirt lässt sich klein zusammenpacken und in die Trikottasche stecken. Vermeiden Sie Schichten mit Kapuzen oder überflüssigen Taschen, die unter der Außenschicht drücken. Denken Sie auch an die Beine. Lange Radhosen oder Beinlinge lassen sich bei wärmeren Temperaturen leicht abstreifen, während eine dicke Winterhose in der Übergangszeit schnell zu warm wird.