Fahrradkleidung für den Sommer
Bei sommerlichen Temperaturen entscheidet die Kleidung, ob eine Radtour angenehm bleibt oder in Schweiß, Scheuern und Überhitzung endet. Leichte, atmungsaktive Funktionsstoffe führen Schweiß vom Körper weg, schützen die Haut vor der Sonne und ersetzen Baumwolle und schwere Lagen.
Was Sommerkleidung leisten muss
Ein Trikot oder Shirt für heiße Tage hat drei Aufgaben. Es muss Luft an die Haut lassen, Schweiß nach außen transportieren und möglichst viel UV-Strahlung abhalten. Dafür eignen sich dünne Synthetikstoffe wie Polyester oder Polyamid. Sie trocknen schnell und kleben nicht am Körper. Auch feine Merinowolle funktioniert. Sie nimmt Feuchtigkeit auf, ohne nass zu wirken, und riecht erst nach mehreren Fahrten. Baumwolle dagegen saugt sich mit Schweiß voll, bleibt lange feucht und reibt dann an der Haut. Wer längere Strecken fährt, spürt den Unterschied spätestens nach einer Stunde.
Die Passform ist wichtiger als im Alltag. Eng anliegende Kleidung flattert nicht im Fahrtwind und scheuert weniger, weil sich der Stoff nicht verschiebt. Gleichzeitig sollte das Material an Rücken und Achseln besonders luftig sein. Viele Sommer-Trikots haben dort Mesh-Einsätze oder einen durchgehenden Reißverschluss, der sich bei Steigungen öffnen lässt.
Trikot und Hose für heiße Tage
Ein kurzärmeliges Trikot aus dünnem Funktionsstoff ist die Standardwahl für heiße Temperaturen. Es sitzt eng, hat hinten Taschen für Handy, Schlüssel und Riegel und lässt über den Reißverschluss schnell Luft herein. Wer empfindlich auf direkte Sonne reagiert, greift zu einem Modell mit langen Ärmeln aus sehr dünnem Stoff. Das schützt die Arme, ohne dass eine separate Sonnencreme nötig ist.
Auch bei der Hose kommt es auf das Material an: Eine Radhose mit Sitzpolster macht lange Fahrten erst komfortabel, weil das Polster Druck und Reibung im Sattelbereich abfängt. Im Sommer sollte die Hose aus dünnem, schnell trocknendem Material sein. Die Träger-Variante sitzt besser und verrutscht nicht. Unter einer gepolsterten Radhose trägt man keine Unterwäsche. Die zusätzliche Lage scheuert, staut Feuchtigkeit und verschiebt das Polster. Wer keine Radhose tragen möchte, nimmt für kürzere Fahrten eine luftige Shorts aus Funktionsstoff und achtet auf eine Sitzposition, die nicht reibt.
UV-Schutz am Stoff
Nicht jeder dünne Stoff schützt gleich gut vor Sonne. Der Lichtschutzfaktor von Textilien wird als UPF angegeben. Ein normales Baumwoll-T-Shirt erreicht etwa UPF 5 bis 7, lässt also einen großen Teil der UV-Strahlung durch. Zum Vergleich: Der Hersteller Castelli gibt für sein Sommer-Trikot Climber’s A/C Jersey auf dem Rücken UPF 13 an, das entspricht einer Blockade von 92 Prozent der UV-Strahlen. Solche Angaben gelten immer für das einzelne Produkt, nicht für die ganze Kollektion. Prüfen Sie beim Kauf das Etikett, und verlassen Sie sich bei dünnen hellen Stoffen nicht auf den Sonnenschutz des Gewebes.
Die Haut, die das Trikot nicht bedeckt, braucht Sonnencreme: Nacken, Gesicht, Unterarme und die Knie. Gerade der Nacken bekommt beim Radfahren viel Sonne ab, weil der Kopf nach vorn geneigt ist. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, die wasserfest ist und nicht in die Augen brennt, gehört bei längeren Touren in die Trikottasche.
Kopf, Hände und Augen
Der Helm ist keine Sommerkleidung im engeren Sinn, aber er bestimmt, wie heiß der Kopf wird. Modelle mit vielen Belüftungsöffnungen und dünnen Polstern lassen den Fahrtwind durch. Eine dünne Mütze unter dem Helm, etwa aus Mesh oder Merino, saugt Schweiß auf und verhindert, dass er in die Augen läuft. Sie schützt auch die Kopfhaut vor Sonne, die durch die Helmöffnungen scheint.
Eine Sonnenbrille mit sportlicher Passform hält Wind, Insekten und grelles Licht ab. Sie sollte eng am Gesicht anliegen und oben keinen Spalt lassen, durch den Staub eindringt. Handschuhe ohne Finger schützen die Handflächen bei einem Sturz und verhindern, dass die Hände auf langen Fahrten durch den Druck auf den Lenker taub werden. Im Hochsommer reichen dünne Modelle mit Belüftung.
Diese Kleidung weglassen
Manche Kleidungsstücke machen die Fahrt bei Hitze unnötig anstrengend. Dazu gehören Baumwoll-T-Shirts, die sich mit Schweiß vollsaugen. Jeans schränken Bewegungsfreiheit und Luftzirkulation ein. Dicke Baumwollsocken heizen die Füße auf. Auch eine Regenjacke ohne Belüftung wird bei Hitze schnell zur Sauna. Wenn Sie eine Jacke mitnehmen, dann eine ultraleichte. Sie lässt sich klein zusammenpacken und hat unter den Achseln Öffnungen.
Schwarze Kleidung ist im Sommer keine gute Wahl, weil dunkle Stoffe die Sonnenstrahlung stärker aufnehmen und die Haut darunter spürbar aufheizen. Helle Farben reflektieren das Licht. Das gilt auch für Helm und Schuhe, die in dunklen Ausführungen deutlich wärmer werden.
Trinken und Pausen einplanen
Bei Hitze verliert der Körper viel Flüssigkeit, und der Kreislauf arbeitet härter. Nehmen Sie auf jeder Tour mindestens eine Flasche mit, bei Fahrten über zwei Stunden zwei. Auf langen Strecken ohne Einkehrmöglichkeit lohnt sich ein größeres Volumen oder ein zweiter Flaschenhalter. Regelmäßiges Trinken in kleinen Schlucken ist besser, als erst bei Durst die Flasche zu leeren.
Die größten Risiken beim Radfahren in der Sommerhitze sind Überhitzung, Kreislaufprobleme und Sonnenbrand. Planen Sie Pausen im Schatten ein, fahren Sie in den heißen Mittagsstunden langsamer oder verschieben Sie die Tour auf den frühen Morgen oder Abend. Wenn Ihnen schwindelig wird, Sie frösteln oder die Haut sich heiß und trocken anfühlt, suchen Sie sofort Schatten und trinken Sie. Setzen Sie sich nicht wieder aufs Rad, bis es Ihnen deutlich besser geht.