Der passende Fahrradhelm: Sitz, Belüftung und Schutzsysteme
Ein Fahrradhelm schützt Ihren Kopf bei Stürzen vor schweren Verletzungen. Dafür muss er richtig sitzen, gut belüftet sein und ein wirksames Schutzsystem haben. Der Sitz entscheidet, ob der Helm bei einem Aufprall an Ort und Stelle bleibt. Die Belüftung entscheidet, ob Sie ihn auch bei warmem Wetter tragen. Das Schutzsystem entscheidet, wie gut er die Aufprallenergie abfängt. Beim Kauf und Einstellen kommt es auf diese drei Punkte an.
Der Helm muss richtig sitzen
Ein Helm, der verrutscht oder drückt, schützt nicht zuverlässig. Prüfen Sie den Sitz vor jedem Kauf und stellen Sie ihn mit dem Verstellsystem am Hinterkopf ein. Der Helm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen, etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen. Er darf weder nach vorne noch nach hinten kippen, wenn Sie den Kopf bewegen.
Ziehen Sie den Verschluss unter dem Kinn fest, aber nicht so, dass er einschneidet. Zwischen Riemen und Kinn sollte noch ein Finger Platz haben. Der Helm sollte sich nicht vom Kopf ziehen lassen, wenn Sie ihn mit beiden Händen nach vorne oder hinten drehen. Wenn er dabei verrutscht, ist er zu groß oder das Verstellsystem sitzt nicht richtig.
Kaufen Sie den Helm am besten im Fachgeschäft und probieren Sie mehrere Modelle an. Die Kopfformen unterscheiden sich, und ein Helm, der einer anderen Person gut passt, kann für Sie ungeeignet sein. Achten Sie darauf, dass der Helm keine Druckstellen verursacht, auch nach zehn Minuten Tragezeit.
Belüftung: Mehr Luft, mehr Komfort
Wie gut ein Helm belüftet ist, bestimmt, wie angenehm er sich bei warmem Wetter und anstrengenden Fahrten trägt. Helme mit vielen und großen Öffnungen lassen mehr Luft durch und kühlen den Kopf besser. Die Öffnungen sind durch Kanäle im Inneren des Helms verbunden. So strömt die Luft von vorne nach hinten und führt die Wärme ab.
Bei kühlerem Wetter oder im Winter kann eine starke Belüftung jedoch unangenehm sein. Viele Helme haben deshalb abnehmbare oder verschließbare Belüftungsöffnungen. Wenn Sie hauptsächlich bei milden Temperaturen fahren, reicht ein Helm mit mittlerer Belüftung. Für sportliche Fahrten im Sommer lohnt sich ein Modell mit vielen Öffnungen.
Achten Sie auch auf das Innenpolster. Es sollte Feuchtigkeit aufnehmen und schnell trocknen. Einige Helme haben antibakterielle Polster, die Gerüche reduzieren. Die Polster lassen sich bei den meisten Modellen herausnehmen und waschen, was die Lebensdauer des Helms verlängert.
Schutzsysteme: Was MIPS und andere Technologien leisten
Das Schutzsystem eines Helms entscheidet darüber, wie gut er die Energie eines Aufpralls abfängt. Die meisten Helme bestehen aus einer harten Außenschale und einem Innenmaterial aus expandiertem Polystyrol. Dieses Material gibt bei einem Aufprall kontrolliert nach und absorbiert die Aufprallenergie.
Viele Helme haben zusätzlich ein System gegen Rotationskräfte. Das bekannteste ist MIPS, die Abkürzung für Multi-Directional Impact Protection System. Es wurde von schwedischen Ingenieuren und Ärzten entwickelt und kommt nicht nur bei Fahrradhelmen zum Einsatz, sondern auch bei Ski- und Kletterhelmen. MIPS besteht aus einer reibungsarmen Schicht im Inneren des Helms, die sich bei einem schrägen Aufprall leicht verschiebt. Dadurch werden die rotierenden Kräfte reduziert, die auf das Gehirn wirken und schwere Verletzungen verursachen können.
Ein schräger Aufprall entsteht zum Beispiel, wenn Sie mit dem Kopf auf der Straße aufschlagen und der Helm dabei seitlich abrutscht. Ohne ein solches System überträgt sich die Drehbewegung direkt auf den Kopf. MIPS reduziert diese gefährliche Rotation, indem die Innenschicht die Bewegung abfängt.
Neben MIPS gibt es weitere Systeme mit ähnlichem Ziel, etwa WaveCel oder SPIN. Sie funktionieren nach unterschiedlichen Prinzipien, verfolgen aber denselben Zweck: die Rotationskräfte bei schrägen Aufprallen zu verringern. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Helm ein solches System enthält. Die Aufpreise dafür sind in den letzten Jahren gesunken, und viele Hersteller bieten Helme mit Rotationsschutz bereits in der mittleren Preisklasse an.
Norm, Gewicht und Haltbarkeit
Ein Fahrradhelm muss einer europäischen Norm entsprechen. Diese Norm legt Mindestanforderungen an Stoßdämpfung, Gurt und Sichtfeld fest. Das CE-Zeichen auf dem Helm bestätigt die Konformität. Darüber hinaus gibt es freiwillige Prüfzeichen wie das GS-Zeichen, die zusätzliche Sicherheitsprüfungen belegen.
Das Gewicht des Helms spielt vor allem bei langen Touren eine Rolle. Leichtere Modelle sind bequemer, kosten aber meist mehr. Ein geringer Gewichtsunterschied fällt im Alltag kaum auf, bei stundenlangen Fahrten jedoch schon.
Ersetzen Sie einen Helm nach einem Sturz, auch wenn er äußerlich unbeschädigt aussieht. Das Innenmaterial kann durch den Aufprall beschädigt sein, ohne dass Sie es sehen. Auch Helme, die mehrere Jahre alt sind, sollten Sie ersetzen, da das Material mit der Zeit spröde wird. Die Hersteller empfehlen meist eine Nutzungsdauer von etwa fünf Jahren.