Fahrradhelm: Sicherheit, Sitz und Belüftung
Ein Fahrradhelm schützt nur, wenn er richtig getragen wird. Lockere Riemen oder ein verrutschter Helm verringern die Schutzwirkung deutlich. Beim Kauf zählen daher drei Kriterien: Der Helm muss bei einem Sturz schützen und fest auf dem Kopf sitzen. Beim Fahren darf er nicht zu stark aufheizen.
Was der Helm-Test zeigt
ADAC und Stiftung Warentest haben gemeinsam 18 Kinderhelme geprüft. Das Ergebnis: Kein Helm erreichte mehr als die Note „befriedigend". Gleichzeitig widerlegte der Test eine verbreitete Annahme: Ein hoher Kaufpreis bedeutet nicht automatisch besseren Schutz. Der Testsieger war das günstigste Modell im Testfeld.
Auch wenn der Test Kinderhelme betraf, sollten Sie den Preis nicht als Qualitätsmerkmal werten. Entscheidend ist, dass der Helm zu Ihrem Kopf passt und korrekt getragen wird. Ein teurer Helm, der schlecht sitzt, schützt weniger als ein günstiger, der richtig eingestellt ist.
Der Sitz entscheidet über den Schutz
Ein Fahrradhelm schützt nur, wenn er fest auf dem Kopf sitzt und bei einem Sturz nicht verrutscht. Die Riemen müssen dafür korrekt eingestellt sein. Sitzt der Helm zu locker, kann er bei einem Aufprall verrutschen und den Kopf nicht mehr richtig abdecken.
Beim Anpassen gilt: Der Helm sitzt waagerecht auf dem Kopf und bedeckt die Stirn, ohne die Sicht zu behindern. Die Riemen laufen vor den Ohren zu einem V zusammen und schließen unter dem Kinn so eng, dass der Helm beim Schütteln des Kopfes nicht verrutscht. Kippt der Helm nach vorne oder hinten, stellen Sie die Riemen nach.
Ein einfacher Test: Setzen Sie den Helm auf, schließen Sie die Riemen und schütteln Sie den Kopf. Bewegt sich der Helm, ist er falsch eingestellt. Auch ein seitliches Verschieben sollte nicht möglich sein. Viele Helme haben am Hinterkopf ein Drehrad, mit dem Sie den Sitz feinjustieren können.
Belüftung richtig einschätzen
Die Belüftung entscheidet darüber, ob Sie den Helm auch bei warmem Wetter gerne tragen. Helme mit vielen und großen Öffnungen lassen mehr Luft an den Kopf, was an heißen Tagen angenehm ist. Dafür spüren Sie bei kühlerem Wetter und höheren Geschwindigkeiten den Luftzug deutlicher. Für den Winter oder kürzere Fahrten in der Stadt eignen sich Helme mit wenigen Öffnungen besser, weil sie den Kopf wärmer halten.
Prüfen Sie die Belüftung am besten beim Probefahren. Ein Helm, der auf dem Kopf spürbar aufheizt, wird im Sommer schnell zur Last. Achten Sie darauf, dass die Öffnungen dort sitzen, wo Sie am meisten schwitzen, also an der Stirn und am oberen Kopfbereich. Manche Helme führen die Luft über innen liegende Kanäle über den Kopf; diese Kanäle sollten nicht durch dicke Polster blockiert sein.
Ein Helm, der unbequem ist oder zu sehr aufheizt, bleibt zu Hause. Und ein Helm, der nicht getragen wird, schützt niemanden. Die Belüftung entscheidet also, ob Sie den Helm regelmäßig nutzen.
Vorsicht bei gebrauchten Helmen
Seien Sie vorsichtig bei gebrauchten Helmen. Ein Helm, der bereits einen Sturz hinter sich hat, kann innere Schäden haben, die von außen nicht sichtbar sind. Auch das Material altert: Mit der Zeit verlieren die Kunststoffe an Elastizität und damit an ihrer Fähigkeit, Aufprallenergie aufzunehmen.
Wenn Sie einen Helm gebraucht kaufen oder einen alten Helm aus dem Keller wieder verwenden möchten, prüfen Sie ihn gründlich: Gibt es Risse, Dellen oder Druckstellen? Sind Riemen und Verschluss intakt? Im Zweifel kaufen Sie lieber einen neuen Helm. Nach einem Sturz sollten Sie einen Helm grundsätzlich ersetzen, auch wenn er äußerlich unbeschädigt aussieht.
So finden Sie den passenden Helm
Den passenden Helm finden Sie am besten durch Anprobieren. Kaufen Sie den Helm im Fachgeschäft, wo Sie verschiedene Modelle testen und sich beraten lassen können. Nehmen Sie sich Zeit: Ein Helm, der nach fünf Minuten drückt, wird auch nach einer Stunde Fahrt nicht bequemer.
Achten Sie beim Anprobieren auf die Größenangaben des Herstellers und den Umfang Ihres Kopfes. Viele Helme lassen sich mit einem Drehrad am Hinterkopf feinjustieren. Die Polster sollten eng anliegen, ohne zu drücken. Verursacht der Helm an einer Stelle Druckstellen, passt er nicht zu Ihrer Kopfform, auch wenn die Größe stimmt.
Der Helm sitzt fest, die Riemen sind richtig eingestellt, und Sie vergessen nach kurzer Zeit, dass Sie ihn tragen. Dann haben Sie den richtigen Helm gefunden.