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Radbekleidung

Radtrikot kaufen

Ein Radtrikot ist das wichtigste Kleidungsstück fürs Radfahren. Es ist für die Sitzposition auf dem Rad geschnitten: Der Stoff sitzt eng, flattert nicht, schützt die Nieren vor Zugluft und hat Rückentaschen, die Sie im Sitzen erreichen.

Wer das erste Trikot kauft, entscheidet zwischen eng und sportlich oder weiter und bequemer. Diese Wahl hängt davon ab, wie Sie fahren und was Sie auf Touren mitnehmen möchten.

Unterschied zum normalen T-Shirt

Drei Dinge machen ein Radtrikot aus: der Schnitt, das Material und die Rückentaschen. Der Schnitt ist hinten länger als vorne. Das hat einen praktischen Grund: In der vorgebeugten Fahrposition rutscht ein gerades Shirt nach oben und gibt den unteren Rücken frei. Ein Trikot mit verlängertem Rückenteil bleibt dort, wo es hingehört, und schützt die Nieren vor kaltem Fahrtwind und Nässe. Damit das Trikot nicht verrutscht, ist der Saum am Rücken oft mit einem rutschfesten Silikonstreifen oder Gummizug versehen.

Die Bauweise erklärt auch, warum ein Trikot anders sitzt als ein normales T-Shirt. Es ist auf die Bewegung auf dem Rad ausgelegt: Die Ärmel sitzen enger, der Kragen schließt höher ab, und die Nähte sind so gelegt, dass sie in der Sitzposition nicht drücken. Ein gut sitzendes Trikot sollten Sie beim Kauf daher nicht im Stehen beurteilen, sondern in der Haltung, die Sie auf dem Rad einnehmen.

Race, Endurance und Aero

Hersteller bezeichnen ihre Trikots mit Begriffen wie Race, Endurance oder Aero, erklären aber selten, was dahintersteckt. Die Begriffe stehen für unterschiedliche Schnittformen, die zu verschiedenen Fahrertypen passen.

Race-Schnitt ist die engste Variante. Das Trikot liegt wie eine zweite Haut an, hat wenig überschüssigen Stoff und ist für Fahrer gedacht, die viel Leistung fahren und keine zusätzliche Lage darunter tragen. Der enge Sitz hat einen aerodynamischen Vorteil, ist aber im Alltag nicht für jeden bequem. Wenn Sie ein Trikot gerne über einem dünnen Unterhemd tragen oder Wert auf Bewegungsfreiheit legen, sollten Sie den Race-Schnitt eine Nummer größer wählen oder direkt zum Endurance-Modell greifen.

Endurance-Schnitt ist komfortabler. Das Trikot sitzt körpernah, aber nicht hauteng, lässt mehr Luft zwischen Stoff und Haut und bietet Platz für eine leichte Zwischenschicht. Dieser Schnitt eignet sich für längere Touren, bei denen es auf Bewegungsfreiheit und Tragekomfort ankommt, und ist die bessere Wahl, wenn Sie das Trikot bei wechselndem Wetter mit einer dünnen Jacke kombinieren möchten.

Aero-Schnitt geht noch einen Schritt weiter als Race. Diese Trikots sind für den Rennsport entwickelt, haben oft eine besonders glatte Oberfläche und sind so eng geschnitten, dass sie nur ohne Kleidung darunter funktionieren. Für die meisten Alltagsfahrer ist diese Variante unnötig eng.

Material für Sommer und Winter

Radtrikots gibt es in Sommer- und Winterausführungen. Der Unterschied liegt im Material und in der Verarbeitung. Sommertrikots sind aus dünnem, atmungsaktivem Funktionsstoff gefertigt, der Schweiß von der Haut wegtransportiert und schnell trocknet. Baumwolle hat in einem Radtrikot nichts zu suchen: Sie saugt sich mit Schweiß voll, klebt auf der Haut und kühlt den Körper aus, sobald der Fahrtwind dazukommt.

Wintertrikots sind aus dickeren Materialien gefertigt und haben oft eine angeraute Innenseite, die Wärme speichert. Einige Modelle sind winddicht an der Vorderseite und atmungsaktiv am Rücken. Diese Kombination schützt den Oberkörper vor kaltem Fahrtwind und lässt den Schweiß am Rücken weiter entweichen. Für Übergangszeiten gibt es Trikots mit langen Ärmeln, die Sie je nach Temperatur mit einer dünnen Weste kombinieren.

Achten Sie beim Kauf auf die Verarbeitung der Nähte. Flachnähte sind bei hochwertigen Trikots Standard: Sie scheuern nicht auf der Haut und verursachen auch bei langen Touren keine Druckstellen. Günstige Trikots haben oft erhabene Nähte, die bei nasser Haut reiben können.

Die Rückentaschen richtig nutzen

Die Rückentaschen sind das praktischste Detail eines Radtrikots. Meist sind es drei offene Taschen am unteren Rücken, die Sie erreichen, ohne vom Rad abzusteigen. Sie nehmen auf, was Sie unterwegs brauchen: Ausweis und Schlüssel, das Handy, ein paar Riegel oder eine kleine Luftpumpe.

Was Sie in die Taschen packen, hängt von der Fahrt ab. Für eine kurze Feierabendrunde reichen Schlüssel und Handy. Auf einer Ganztagestour kommen Ersatzschlauch, Reifenheber, Geld und Proviant dazu. Verteilen Sie schwere Gegenstände so, dass sie nicht am Rücken drücken. Ein Ersatzschlauch gehört in die Mitte oder an den Rand, das Handy in eine der Seitentaschen, wo es nicht beim Aufstehen vom Sattel herausfällt.

Manche Trikots haben zusätzlich eine kleine Reißverschlusstasche an der Seite oder eine wasserdichte Innentasche für Wertsachen. Diese Details sind sinnvoll, wenn Sie regelmäßig mit dem Rad pendeln und Handy oder Geld vor Regen schützen möchten.

Passform prüfen

Ein Radtrikot muss in der richtigen Größe sitzen, sonst verfehlt es seinen Zweck. Zu enge Trikots schneiden ein und drücken an Schultern und Achseln. Zu weite Trikots flattern im Wind, stören die Aerodynamik und bieten dem Fahrtwind Angriffsfläche. Die Herstellergrößen weichen stark voneinander ab, daher hilft die Konfektionsgröße allein nicht weiter.

Messen Sie vor dem Kauf Ihren Brustumfang an der breitesten Stelle und vergleichen Sie ihn mit der Größentabelle des Herstellers. Beim Anprobieren sollten Sie die Arme nach vorne strecken, als würden Sie den Lenker greifen. Das Trikot soll an den Schultern nicht spannen und am Bauch nicht hochrutschen. Der Saum am Rücken sollte auch in dieser Haltung die Nieren bedecken, ohne dass der Stoff Falten wirft.

Ein Qualitätsmerkmal zeigt sich beim Anfassen: Hochwertige Trikots fühlen sich angenehm auf der Haut an, günstige Modelle wirken oft kratzig oder steif. Auch hier gilt: Der erste Eindruck ist nicht alles, aber ein unangenehmes Material wird auf einer langen Tour nicht besser.

Woran Sie gute Qualität erkennen

Der Preis eines Radtrikots sagt nicht alles, aber sehr günstige Modelle haben oft handfeste Nachteile. Sie bestehen aus weniger atmungsaktivem Material, die Nähte scheuern, und die Taschen sind zu klein oder zu schwach angenäht, um schwere Gegenstände zu halten. Wer regelmäßig fährt, kauft mit einem günstigen Trikot häufig zweimal.

Achten Sie stattdessen auf diese Punkte:

  • Der Reißverschluss läuft leichtgängig und klemmt nicht, auch mit einer Hand zu bedienen.
  • Die Taschen sind ausreichend groß und fest angenäht, mit verstärktem Gewebe am Boden.
  • Der Saum hat einen rutschfesten Grip, der ohne Einschnüren hält.
  • Die Nähte sind flach, die Materialübergänge sauber verarbeitet.

Bewährte Hersteller mit gutem Ruf sind unter anderem Assos, Q36.5 und Ryzon, die für hochwertige Materialien und durchdachte Verarbeitung bekannt sind. Das heißt nicht, dass günstigere Marken grundsätzlich schlecht sind. Es lohnt sich aber, vor dem Kauf Bewertungen zu lesen und auf die Verarbeitungsdetails zu achten, statt sich von einer niedrigen Preisangabe blenden zu lassen.